Standpunkt - Weltpolitik

Unter dieser Rubrik sollen Ereignisse der internationalen Aktualität analysiert, interpretiert und diskutiert werden. Die Medien stellen diese Dimension der Politik zunehmend vereinfacht dar, obwohl die Komplexität nach dem Ost/West-Konflikt, bedingt durch das Verschwinden der beiden klassischen Blöcke, zugenommen hat: Der Nationalstaat hat an Entscheidungskompetenzen verloren und muss sich diese fortan mit anderen Akteuren teilen. So müssen ebenfalls supranationale Organisationen und vor allem transnationale Konzerne, als einflussreichste Akteure des politischen Weltgeschehens, in die Analyse miteinbezogen werden.

Resultat dieser Vermehrung von Entscheidungsträgern und Einflussfaktoren sind komplexe Interdependenzen und ein darausfolgender drastischer Verlust an Transparenz in der internationalen Politik.

Es ist folglich unerläßlich, die Verflechtung dieser Akteure zu analysieren, um sich ein möglichst akkurates Bild der internationalen Beziehungnen zu machen. Dies findet jedoch in den Massenmedien kaum Berücksichtigung, so dass ein verzerrtes Bild der Realität vermittelt wird. Bei dieser Vereinfachung des internationalen Geschehens werden zudem oft religiöse und ideologische Beweggründe für politisches Handeln genannt, doch stellt sich beim genaueren Betrachten heraus, dass Entscheidungen öfters aus pragmatischen oder persönlichen, machtbezogenen Motivationen heraus getroffen werden und weitaus folgenreicher sein können als sie von den Medien dargestellt werden.